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SIE KÖNNTEN NUR WENIGE SCHRITTE DAVON SEIN, SELBST EINEN KILT ZU TRAGEN

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Ich trage oft einen Schottenrock, ungeachtet dass ich weder Schotte bin, noch dass ich schottische Wurzeln habe.


Er ist superbequem und anders. Gut sieht er auch aus, finde ich. Nach vielen Jahren nur in Hosen, ob lang oder kurz, ist es schön mit etwas Variation.

Und die Reaktionen? Positiv werde ich sagen. Einige wissen wohl nicht ganz, wie sie sich zu einem Mann im Rock verhalten sollen, aber die sind die ganz wenige. Den allermeisten ist es OK, kommt es mir vor, und dann gibt es sogar die die, die mich dafür loben; sagen, wie gut und schön, sie den Schottenrock finden, und die vielleicht auch Fragen darüber stellen.

Tatsächlich spreche ich viel mehr mit anderen, wenn ich im Schottenrock bin, als wenn ich in Hosen außen nur ein Klon anderer Männer bin. Nicht so viel über den Rock, wie um alles andere. Freundliches Small Talk einfach.

 

Müssen Männer nicht per Definition Hosen tragen?

Männer haben nicht immer Hosen getragen. In der Antike wurde das Römische Reich von Männern gegründet, die in Kleid- oder Rock-ähnlichen Gewändern gekleidet waren, bodenlangen Togen und Tuniken in Minirocklänge. Jesus kannte keine Hose, Sokrates auch nicht.

Als die Hose erfunden wurde, war es nicht, weil Männer sich etwas männlicher wünschten, sondern weil die Hose für viele damalige Zwecke wie zum Beispiel Reiten viel praktischer war. Viele dieser Verwendungen sind im 21sten Jahrhundert nicht länger so relevant.
   Bis heute hat sich in der entwickelten Welt doch nur der Schottenrock als männliche Nicht-Hose-Bekleidung bewährt.

 

Schottenrock oder Kilt sagen?

Auf den meisten Sprachen verwendet man die Bezeichnung Kilt. Auf Deutsch sagen aber noch sehr viele Menschen Schottenrock. Erst neulich bei Duden und ab Version 2010 in der deutschen Rechtschreibeprüfung von Microsoft Word wird das Wort Kilt akzeptiert.

In der Fortsetzung wird für die Abwechslung zwischen Schottenrock und Kilt gewechselt, obwohl heute Schottenrock manchmal die Bezeichnung für einen Rock ist, der kein echter Kilt ist.

 

Ist ein Kilt ein Rock?

Laut Eurostat (Büro für Statistik der EU) ist der Kilt nicht (länger) ein Rock, sondern eine spezielle Kleidung für Männer. Und das war Resultat heftiger Proteste aus Schottland.

In den allermeisten Definitionen heißt es aber: "A kilt is a pleated tartan skirt reaching to the knees and traditionally worn by men".

Und sagt man Schottenrock, ist gar kein Zweifel mehr möglich: Er ist ein Rock.
Nur handelt es sich um einen ganz speziellen und mit Männern eindeutig verbundenen Rock.


MUSS ich aber nicht Schotte sein, um einen Kilt zu tragen?

Nein, und ich wiederhole gerne: Seit Ende des 20. Jahrhunderts tragen immer mehr Männer den karierten Rock, und das unabhängig von Nationalität, Farbe und Abstammung. Und es gibt bestimmt noch mehrere, die es gerne möchten, sich aber noch nicht trauen. Der Anfang war der Spielfilm Bravehart und vor allem das Internet, wo Männer entdeckten, sie waren nicht alleine, wenn es um eine gute Alternative zur Hose ging.


Tragen Frauen einen Kilt?

Ja, aber ihr Kilt unterscheidet sich erheblich vom männlichen Kilt. Der Stoff ist dünner, Riemen und Schnallen kleiner, und vor allem wird erheblich weniger Stoff verwendet. Auch können Kilts für die Damen sowohl kürzer wie länger sein als ein Kilt für den Mann. Auf Englisch - und besonders unter Kiltträgern - redet man von „kilted skirts“.

 

Wer trägt einen Kilt, ohne Schotte zu sein?

Männer, die demografisch Männern im Allgemeinen ähneln, zum Beispiel was Alter, Ausbildung, Einkommen, Kinder und Zivilstatus betrifft. Der Unterschied bleibt deshalb meistens der Kilt.

Psykografisch könnten sie sich selbstsicherer und weniger von der Meinung anderer abhängig fühlen.

Übrigens, Kilttragen hat nichts mit sexuellen Präferenzen zu tun. Es wird nur hier erwähnt, weil einige Leute oft alles, was sie nicht verstehen (kann sehr vieles sein), mit sexuellen Abweichungen verbinden.

 

Wie kommen Männer, die nicht Schotten sind, auf die Idee, einen Kilt zu tragen?

Keine andere männliche Kleidung schlägt den Kilt, wenn es um Komfort und Vielfältigkeit geht. Dazu kommt, dass er anders ist, gut aussieht und vielleicht auch gut für Ihre Gesundheit sein könnte.

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Es gibt sehr viele Motive. Die wichtigsten könnten diese sein:

1. Bequemer kleiden sich Männer nicht
Denken Sie nur an Anatomie. Ich könnte mir vorstellen, dass sollte Bekleidung im 21sten Jahrhundert total neu erfunden werden, und es keine Historik gab (sehr theoretisch), würden die Toilettenzeichen umgekehrt aussehen, denn Frauen würden als erste Wahl die Hose haben (haben sie ja grundsätzlich schon) und Männer irgendeinen Rock.

2. Der Schottenrock ist vielseitig verwendbar
Derselbe Kilt kann ohne weiteres Shorts und Anzug ersetzen. Das alles hängt vom Zubehör ab. Oft ist es nur eine Frage darum, ob die Strümpfe hoch sitzen oder heruntergekrempelt sind. Wir reden hier nicht Tracht überhaupt, sondern ob lässig oder formell.

Der Kilt kann praktisch das ganze Jahr hindurch getragen werden. Es ist wie bei einer Klimaanlage, sozusagen. Es lässt sich nicht erklären, muss einfach erlebt werden.

3. Ein Schottenrock ist anders,
und die männliche Garderobe ist sowieso nicht für alle sehr inspirierend.

4. Ein Schottenrock sieht gut aus
Das ist natürlich eine ganz subjektive Auffassung. Für mich ist es aber so, und ich liebe die vielen Tartans (Karomuster).

5. Ein Schottenrock gibt Variation und Abwechslung
Männer brauchen nicht länger 24/7/365 in Hosen zu sein. Der Kilt an sich erweitert die Möglichkeiten, aber dazu kommen dann noch die vielen Tartans.

6. Sie fallen auf,
wenn auch bedeutend weniger, als die meisten befürchten – oder hoffen.

7. Ein Schottenrock könnte gesünder als eine Hose sein
So meinen einige. Wieder denken Sie an die männliche Anatomie. „Form follows Function“ .

 

Wann und wo kann ich einen Kilt tragen, und was kann er ersetzen?


Für mich ersetzt der Kilt vor allem Jeans und Shorts

 

Theoretisch können Sie den Kilt überall und zu jeder Zeit verwenden. In der Praxis aber wird er wohl von Nicht-Schotten primär in der Freizeit getragen und ersetzt deshalb Jeans und Shorts.
   Er eignet sich aber auch bestens abends fürs Theater und für die Oper, und man kann im Kilt auch problemlos in guten Restaurants essen gehen, dann natürlich mit passendem Zubehör.

Kaum jemand würde im Kilt bei der Arbeit auftreten. Auch würde der Kilt eines Nicht-Schotten kaum Smoking oder Frack ersetzen können, was genau aber die Hauptverwendung bei den Schotten ist. Das erklärt auch, warum Nicht-Schotten mit anderen Typen vom Kilt anfangen als die Schotten.
   Männer, die den Schottenrock meistens für unförmliche Zwecken verwenden werden, dafür aber oft, kaufen sich einen casual Kilt.
   Schotten, die in erster Linie den Kilt für die Feier betrachten und deshalb selten den Kilt tragen, kaufen sich meistens einen formellen, feinen Kilt – oder sie mieten einen Kilt plus Zubehör an.

 

Ist ein Kilt nicht sehr teuer?

Kann er, doch für lässiges Tragen braucht er es nicht zu sein. Er kann sogar ziemlich billig sein. Nur passen Sie auf, dass Sie nun auch die richtige Ware bekommen. Hier sollten Sie wirklich auf die Bezeichnungen "Kilt" und "Schottenrock" aufmerksam sein.
    Kaufen Sie sich einen "Schottenrock", bekommen Sie meistens einen karierten Rock, der mit einem Kilt nichts zu tun hat.
   Kaufen Sie sich einen "Kilt", ist er in den meisten Fällen auch wirklich einen authentischen Schottenrock oder Kilt.

 

Was denken die Schotten?

Es gibt natürlich einige Schotten, die gegen Nicht-Schotten im Kilt sind. Sie sind aber auch dagegen, dass einige Schotten den Kilt im Alltag verwenden, oder dass sie den Kilt auch außerhalb von Schottland anhaben.
   Ihrer Meinung nach muss ein Kilt auch aus mindestens 7 Metern (8 Yard) schottischer Schurwolle bestehen, und er muss in Schottland von erfahrenen und ausgebildeten Kiltmakers per Hand genäht sein.
   Für sie reicht auch nur ein Kilt, der ein ganzes Leben lang oder noch darüber hinaus halten kann.

Dass ein solcher Kilt sündteuer wird und damit die Nachfrage in sehr kurzen Zügen hält, versteht sich. Auch dass genau diese Typen dadurch eine Katastrophe für das Kilt-Tragen und letztendlich die ganze Branche sinduch. Tracht überlebt nicht.

Glücklicherweise ist sie eine Minderheit. Die meisten Schotten haben es gern, wenn man ihre Produkte kaufen und verwenden. Viele leben davon, und je mehr sie verkaufen, je besser.
   Nur sollte man natürlich respektieren, dass für einige der Kilt ein Teil einer Tracht ist und ihn deshalb nie in einer lächerlichen oder komischen Weise tragen.

 

Denken andere Leute, ich sei Schotte oder schottisch?

Jein. Es hängt zweifelslos damit zusammen, wo man lebt.
   In den skandinavischen Ländern wird man immer auf den nationalen Sprachen angeredet. Das heißt, man wird einfach für einen Mann im Kilt gehalten.
   In Deutschland ist meistens dasselbe der Fall. Wenn man aber nach Südeuropa kommt, ist es eher wahrscheinlich, dass irgendeine schottische Verbindung erwartet wird. Kein Problem doch, denn in jedem Mann könnte wohl irgendwie ein kleiner Schotte stecken.

 

Sollte ich versuchen, schottisch vorzukommen?

Wenn ich fühle, dass es erwartet wird, dass ich irgendeine Verbindung mit Schotten habe, und die Frage von mir unbekannten Leuten gestelt wird, sage ich öfters, dass es eine Verbindung zwar gebe, dass sie aber so weit zurückliege, dass sie mir keine Rolle überhaupt spiele; der Grund sei deshalb, dass ich gerne einen Kilt träge, weil er mir so bequem und anders sei.

Sollte ich, wenn möglich, die Hose ganz
aufgeben?

Der Schottenrock hat sehr viele Vorteile. Ich selbst sollte doch nie auf die Hose verzichten. Auch sie hat ihre Vorteile. Abwechslung habe ich sehr gern.

 

Ist es wahr?

Sie meinen, auf die Unterhose zu verzichten? Aber JA. Und NEIN.   

In schottishen Highland Regimenten war (ist noch?) das Tragen von Unterwäschen verboten. Man solle es manchmal bei Paraden mit Hilfe von einem Spiegel unten auf einem Stock montiert untersucht haben, ob die Soldaten vorschriftsmäßig gekleidet waren. Kam im Spiegel eine Unterhose zum Vorschein, wurde der Soldat gestraft.
Den Kilt wie a true Scotsman zu tragen heißt going regimental oder going commando.

Aber natürlich sagt Kein Gesetz, dass Sie ihren Kilt ohne Unterhose tragen müssen.

Einige Kiltträger behaupten, dass sie nie eine Unterhose unterm Kilt tragen. Einige könnten nie davon träumen, auf eine zu verzichten, und für enige könnte es manchmal mit/manchmal ohne sein. Wir wissen es nicht und sollten es auch nicht wissen.  


Wenn gefragt, wie reagieren?

Sie werden gefragt. Besonders Frauen scheint es zu interessieren. Was Sie immer tun, nie tun oder ab und zu ist aber alleine Ihre Wahl. Sie wissen, was unter Ihrem Kilt aktuell steckt, und Ihre Frau kann herausfinden. Aber anderen geht es nicht an. Das Geheimnis kann sehr wohl ein wesentlicher Grund dazu sein, dass der Kilt noch am Leben ist. Das Unten-ohne-Aspekt legalisiert sozusagen das Kilttragen.

Ihre Antewort kann - abhängig vom Charakter der Frage - vom Schweigen bis zu einem freundlichen "aber DAS kann ich Ihnen leider nicht sagen" gehen.
Vermutlich wünschen sich auch die allermeisten keine Antwort. Seuell relativierte Spekulationen sind oft besser als die Wahrheit, besonders sollte die Wahrheit anders sein als die Vorstellungen.

 

Wie fange ich an, den Kilt draußen zu tragen?

Die Antwort sollte sein: Öffnen Sie die Tür und gehen Sie hinaus. Aber für viele Männer ist es gar nicht so einfach. Wenn ein Mann sich eine Tätowierung wünscht, dann bekommt er sie. Will er lange Haare tragen, dann lässt er die Haare wachsen. Möchte er in die Zunge, in die Nase oder sonst wo eine Piercing, dann bekommt er sie gemacht.

Möchte er aber einen Kilt, der ausnahmslos für eine Kleidung für Männer gehalten wird, dann wagt er in vielen Fällen nicht den Kilt zu tragen, weil er mit einem Rock eine schwache Ähnlichkeit hat, oder bloß, weil er anders und außergewöhnlich ist.

Lächerlich, nicht wahr, dass Männer wirklich nicht mehr Mut haben?

 

Sollte ich Leuten, die ich kenne, sagen, dass ich jetzt Schottenröcke trage?

Das ist sehr individuell, aber es könnte bestimmt eine gute Idee sein. Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, es geheim zu halten, zum Beispiel wie nur im Dunkeln oder in fremden Städten im Kilt zu sein. Ein Verbrechen ist es ja sowieso nicht.

Natürlich können Sie es auch Schritt für Schritt machen. Leute, die Sie kennen, werden Sie dann fragen, und Sie müssen Antwort geben über warum (bequem, vielseitig, anders, oder dass Sie ganz einfach den Kilt toll finden), und wie Sie auf die Idee gekommen sind.

Übrigens, seitdem es Facebook und Twitter gibt, ist es einfacher wie nie früher. In Ihrem Profil geben Sie unter Interessen und Aktivitäten Kilt und Kilt-Tragen an. Auch können Sie darüber schreiben, wenn Sie Ihren Schottenrock und Zubehör empfangen haben, wo Sie im Kilt gewesen sind, und über die (positiven) Reaktionen anderer. Und ein Selfie nicht vergessen.

Es ist klar, dass Sie keine 100%-Deckung erreichen, aber viele von Ihren Freunden werden es wissen.

Dabei nie vergessen: Ein echter Kilt ist nur für Männer. So ist es mit Hosen und Shorts nicht. Ein Kilt ist anders, aber unverkennbar männlich, und Sie werden nie für einen Transvestiten gehalten. Die wenigsten sollten sich Gedanken über Ihre sexuellen Vorzüge machen. Einige werden denken, Sie sind ein bisschen exzentrisch, aber das wäre auch alles. Nie sollten Sie denken, Sie sollten Ihr Kilttragen „entschuldigen“. Es ist ihr Entschluss gewesen. Für Sie war es richtig. Ein Lebensstil sozusagen.

 

Wie reagiert die Umwelt?

Normalerweise interessiert es kein Mensch, der Sie nicht kennt, wie Sie aussehen, und wie Sie gekleidet sind. Es können Kommentare geben, aber die meisten sind positiv. Negative Bemerkungen hören Sie fast nur von Personen, die sowieso nur einen begrenzten Wortschatz besitzen.

Die meisten Männer im Kilt erleben, dass es total problemlos ist, einen Kilt zu tragen, und dass ihre Umwelt, die Familie und Nachbarn etc. sich sehr schnell daran gewöhnen und es akzeptieren.

Ihre Frau oder Freundin kann sehr wohl die Person sein, die es am wenigsten gefällt. Der Grund ist fast immer, dass sie davor Angst hat, Ihr Kilttragen könne Probleme bringen. Man hört aber auch von Ehefrauen, die gerne ihren Mann im Kilt sehen, und die ihn überredet haben zur Anschaffung eines Kilts. Ja sogar von Relationen, die aufhörten, weil sich der Mann nicht im Kilt zeigen wollte.

Würden nun mehrere Männer und ihre Frauen glauben, die Welt sei bloß halb so tolerant, wie sie wirklich ist, würden Männer im Kilt keine Seltenheit mehr sein.

 

Welche Jahreszeit ist die beste für´s Kilttragen?

Keine. Der Kilt ist zwischen Minus 3 und Plus 30 Grad Celsius perfekt. Mit den langen Strümpfen getragen sind nur Ihre Knie nicht bedeckt, und sie frieren nicht. Sonst sind Ihre Beine von 4 bis 7 Metern schweren Stoffes effektiv gegen Kälte geschützt. Ihr einziges Problem könnte die vielen Fragen anderer sein, ob Sie nun nicht – wie sie selbst – friere?

Im Sommer gibt der Kilt Schütz gegen Wärme – und Sonne. Sie werden sich im Kilt wohler fühlen als in Shorts. Noch dazu sind Sie stets, wie schon anderswo erwähnt, besser gekleidet. Wo Sie sich in Shorts nicht wohlfühlen würden (weil unpassend), können Sie problemlos ihren Kilt tagen.


Meine Kiltgeschichte ganz kurz

 

Zurück in den 90'er Jahren konstruierte ich in Verbindung mit meiner Tätigkeit als Unterrichter eine Fallstudie, ScotchWear genannt. Inspiration dazu war ein ziemlich zufälliger Besuch eines großen Ladens in London, The Scotch House in 1995.    
  Der "unmögliche" Teil des Sortiments der betroffenen, schottischen Firma, die sich in Europa etablieren und dort Läden aufmachen möchte, war "Highland Wear". Alles, was du nicht brauchst, sozusagen.

Als meine Frau und ich das folgende Jahr in Edinburgh waren, ging ich eines Tages in einen der vielen Kilt-Shops hinein um etwas mehr über Highland Wear zu erfahren.
   Es war noch vor dem Internet, wo man über auch alles in einer Splitsekunde informiert werden kann.

Ein Verkäufer, oder vielleicht war er der Inhaber, berichtete bereitwillig über Tartans, Kilts und Zubehör. Er erzählte,  wie ein Kilt genäht wird und fragte, ob er meine Maße nehmen dürfe?
   Ich willigte ein. Es dauerte nur wenige Augenblicke, dann ging er zur Stange mit fertigen Kilts, suchte einen heraus und sagte, der wäre ganz sicher meine Größe und fragte, ob ich ihn doch nicht anprobieren möchte.
   Ich zögerte. Da ich aber ein höflicher Mensch bin, kam ich seine Aufforderung nach.

Vielleicht hätte ich es nicht tun sollen, denn ab sofort war ich im Klaren, dass ein Kilt etwas ganz Besonderes ist. Auch dass ein schwerer Kilt reine Männersache ist. Ich kaufte ihn nicht. Wofür sollte ich ihn auch verwenden?

Als ich das Geschäft verließ, hatte ich aber mit mir seine Visitenkarte mit meinen Massen auf der Rückseite geschrieben – „just in case“.    Vorher hatte er mir versichert, er habe Kunden in fast aller Welt, einige Schotten, andere nicht.

Als ich ein Jahr später durch das ziemlich neue Internet stöberte, hatte ich aber „plötzlich“ und etwas „unüberlegt“ per Mausklick einen Kilt und etwas Zubehör bestellt.

Ich finde den Kilt sehr bequem. Für die Freizeit ist er ganz einfach genial, und er ist deshalb zur bedeutenden Erweiterung meiner Garderobe geworden und weithin ein Ersatz von Shorts. Für die Arbeit aber nie. Hier ist mir die Hose viel lieber geblieben. Einfach das Beste aus zwei Welten.
   Am Anfang verwendete ich nur den Kilt im Haus und im Garten, dann, auch wenn ich fern von zu Hause war. Langsam, aber sicher näherte sich mein Kilttragen der eigenen Gemeinde, und jetzt kann man mich fast täglich im Kilt sehen.
   Meine Frau ist wohl nicht der unterstützende Typ. Mit den Jahren ist sie aber viel, viel toleranter geworden. Mehrmals gehen wir sogar Hand in Hand spazieren, ich im Kilt.

Die Nachbarn haben mich längst im Kilt gesichtet. Einige haben es auch kommentiert, alle positiv, übrigens.
   Und das Wichtigste: Meine Welt liegt nicht in Scherben, eher im Gegenteil, würde ich sagen. Die Reaktionen sind überaus positiv.


SIE SIND HIER.

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