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Über mich - einen Kiltträger

Mein Weg zum Kilt

Ich bin immer ein Bequemlichkeitsfreak gewesen. Noch als ganz kleiner Junge wusste ich nicht Besseres, als wenn ich in kurzen Hosen herumrennen konnte. Im Herbst wollte ich lieber wochenlang frieren als kapitulieren und die Kurzen mit langen Hosen ersetzen. Im Frühling war der Schnee kaum verschwunden, bevor ich versuchte, meiner Mutter zu überzeugen, dass es nun wieder Zeit sei. Bis ich 16 Jahre alt war, war ich mindestens die Hälfte der Zeit in kurzen Hosen.

Schon in meiner frühen Kindheit war ich aber auch manchmal ein bisschen neidisch auf die Röcke der Mädchen. Sie müssten bestimmt noch besser anzuhaben sein als meine kurzen Hosen, glaubte ich. Aber Jungen gingen doch nicht in Mädchenklamotten. Und ich wollte kein Mädchen sein.

Mitte der 60er, als ich noch ganz jung verheiratet war, gelangen es Mary Quant und anderen Modeschöpfern den Minirock erfolgreich zu lancieren. Fast jede Frau, ob ganz jung oder schon etwas reifer, ob mit schönen Beinen oder weniger so, gingen bald in kurzen Röcken. Von den hübschen Beinen meiner eigenen Frau, die sich anfangs doch ein bisschen abwartend zur kurzen Mode verhalten hatte, konnte man auch immer mehr sehen.  

Wieder fühlte ich, dass Frauen sich viel bequemer und schöner kleiden konnten als wir Männer. Männer konnten aber keine Röcke tragen, es sei denn, man war Schotte. Ich aber hatte keine schottischen Ahnen. Deshalb total unmöglich, und ich schlug die Gedanken einfach aus dem Kopf.

Die Gesellschaft änderte sich dann langsam, aber sicher. Die Grenzen dafür, was weiblich und männlich war, lösten sich teilweise auf. Den Frauen wurde es „gestattet“, in Hosen zu gehen, bis dann das unangetastete Monopol des Mannes – nach kurzer Zeit sogar zur Arbeit.

Und wir Männer konnten nun fast überall Shorts tragen. Sie waren nicht länger nur für Sport, Strand und Jungs. Und kurz und sehr bequem waren sie für uns. Wir konnten uns die Haare wachsen lassen, ja uns sogar einen Pferdeschwanz anlegen. Ich habe nie einen gehabt. Auch keine Ohrringe oder andere „weibliche“ Sachen, die Männer auch tragen durften. Das einzig „Weibliche“, wofür ich mich vielleicht hätte interessieren können, den Rock, bekamen wir Männer nicht. So war es, und das war, erkannte ich, auch in Ordnung.



Impulse zum Kilt und Rock

Im Urlaub in Schottland, Mitte der 90er probierte ich eines Tages einen Kilt an. Kaufte ihn nicht. Wo sollte ich ihn verwenden können? Aber es fühlte sich gut an. Definitiv nichts Weibliches bei einem Kilt.

Mit dem Internet wurde es mir dann endlich klar, dass Bewegungen für Männer im Kilt und Rock existierten. In der Mode, auf der Bühne, auf TV und in gedruckten Medien wurden zunehmend von Männern im Rock geredet. Bilder wurden gezeigt. Foren taugten auf. Besonders werde ich hier Ferdi la Roche (2008 an einem Herzinfarkt verstorben) nennen. Er kämpfte unermüdlich dafür, dass Männer Röcke tragen könnten - als Männer.

Ich war also nicht alleine mit meinem alten, seit Jahren vergessenen, Traum. Ich bestellte mir ziemlich spontan einen Kilt und etwas Zubehör. Am Anfang trug ich ihn nur selten, und nur wenn zu Hause oder fern von zu Hause. Inspiriert von den Foren experimentierte ich in einer Periode auch mit anderen Typen von Röcken, kehrte aber dann zum Schottenrock zurück.

 

Meine Frau

Ein ganz normaler Rock kann dasselbe Gefühl von Freiheit wie ein Kilt bringen, besonders ein kurzer, weit ausgestellter Rock oder ein Wickelrock, wo man sich total unbehindert bewegen kann. Ich gebe aber aus zwei Gründen den echten Kilt den Vorrang:

1. Er hat – meiner Meinung nach - die besseren Voraussetzungen dafür, allgemein akzeptiert zu werden.
2. Meine Frau zieht es - wie schon erwähnt - vor, dass ich im Kilt und nicht im Rock bin.

Und auf sie nehme ich gerne Rücksicht, da ich sie heute noch wie am ersten Tag unseres Zusammenseins liebe. Und dass wir uns längst über ein “passendes“ Ausmaß meines Kilttragens geeignet haben, macht unsere Ehe natürlich nicht schlechter.

 

Der Kilt

Der Kilt soll nicht meine Hosen ersetzen, auf keinen Fall. Ich liebe die Vielfalt, die er mir verschafft. Er ist eine bequeme und abwechselnde Ergänzung meiner Garderobe und vor allem für die Freizeit geeignet, besonders wo ich früher in Shorts unterwegs gewesen wäre. Da man im Kilt fast nie friert, trage ich ihn aber auch außerhalb der normalen Shortssaison. Für diese Verwendungszwecke kann ich mir übrigens mit ziemlich billigen Kilts begnügen.

Auch im Konzerthaus und in der Oper kann man mich im Kilt erleben, dafür habe ich etwas teurere Kilts, die dann mit ein bisschen mehr Zubehör ergänzt werden.

In der Nachbarschaft kennt man mich seit Langem im Kilt. Wo ich gehe, werde ich bemerkt, klar. Einen Mann im Kilt sieht man nicht jeden Tag. Aber die Kommentare, die ich bekomme, sind positiv. Aus eigener Erfahrung kann ich deshalb den Kilt bestens jedem Mann empfehlen, der Hosen so ziemlich satthat oder mehr Abwechslung in der Kleidung gerne hätte.   

Zum Schluss

Deutsch ist nicht meine Muttersprache. Verzeihen Sie mir bitte deshalb sprachliche und grammatikalische Fehler.

Ich hoffe, dass Sie und Ihr Mann zusammen einen guten, gemeinsamen Weg finden werden. Aber am wichtigsten: Nie riskieren, wegen ein Stück Stoffes eine sonst gute Ehe zu zerstören. Dafür, wiederum, sind Sie beide verantwortlich.

 

 

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